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19. September 2017
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Wird Bayern in Zukunft Bayern bleiben? Druckansicht

29.01.2008

Wird Bayern in Zukunft Bayern bleiben?
Welche Auswirkungen haben Zuwanderung und Integration?

Bundesinnenminister Schäuble hat nach der letzten Islam-Konferenz Anfang Dezember 2007 gesagt: „Der Islam ist ein Teil Deutschlands, ein Teil der Zukunft Deutschlands und der Zukunft Europas“. Der Islam, dem der größte Teil der Zuwanderer der vergangenen Jahrzehnte angehört, ist damit auch ein Teil der Zukunft Bayerns.

Welcher Zukunft Bayerns?

In größeren Städten mit einem hohen Ausländeranteil (z.B. München/Augsburg) haben mehr als die Hälfte aller Neugeborenen einen Migrationshintergrund . Die Integration der Nachgeborenen von Zuwanderern (teilweise schon in der 3. Generation) ist trotz vieler Anstrengungen bisher aber nicht ausreichend gelungen. Was gerade Bayern in der Vergangenheit in guter Weise gelungen ist, vielen Zuwanderern eine feste Zugehörigkeit und eine definierbare Identität zu vermitteln, war bei Migranten aus dem islamischen Bereich bisher nur in geringem Umfang möglich.

Wo ist das Problem?

Ist es die Religion, oder der kulturelle Hintergrund?
Jungen Migrantenkindern, die bei uns geboren wurden, wird von ihren Eltern vielfach eine deutsche Identität verweigert. Es soll verhindert werden, dass diese Kinder in einen anderen Kulturkreis hineinwachsen. Führt das nicht dazu, dass sich junge Menschen durch eine zu starke Bindung an den hergebrachten religiös-kulturellen Hintergrund in ihrer neuen Heimat oft nach Jahren noch in der Fremde fühlen?

Die jetzt geforderten besseren Deutschkenntnisse können da einiges zum Besseren wenden. Wer Deutsch beherrscht hat sicher bessere Leistungen in der Schule und mehr Chancen im Beruf. Aber, führt das zu mehr Integration, wenn zu Hause z. B. weiter türkisch gesprochen, Hürriyet gelesen und türkisches Fernsehen geschaut wird? Bessere Integration von Zuwanderern würde mehr Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen, mehr Beteiligung am gesellschaftlichen Leben bei uns erfordern.
Warum ist das trotz vieler Angebote nur in so geringem Umfang möglich? Welche Rolle spielt dabei der Islam, der den Anspruch hat, nicht nur ein Glaube zu sein, sondern als Religion für die Einheit von Leben, Glauben, Gesetzen und Politik zu stehen? Das aber entspricht nicht unserer Geschichts- und Lebenserfahrung und auch nicht unserer Rechts- und Gesellschaftsordnung. Da mögen kluge und weltgewandte Leute einen unverkrampften Umgang mit dem Islam empfehlen und dabei an die christlichen Kategorien von Nächstenliebe und Verantwortung appellieren. Es geht aber in dieser Frage nicht vordringlich um Toleranz gegenüber einer anderen Religion, die ist vorhanden. Es geht um die Tolerierung einer Parallelgesellschaft, wenn sich das religiös-kulturelle Leben der Muslime in Deutschland nicht verändert.
Eine Parallelgesellschaft würde aber Bayern nachhaltig verändern, wenn wir die Geburtenzahlen von heute fortschreiben. Dann geht es in 20 oder 30 Jahren nicht mehr um 10 bis 15 Prozent, sondern um 30 oder 40 Prozent unzureichend integrierter Menschen bei uns. Das ist keine erstrebenswerte Zukunft!

Was ist zu tun?

Unsere Gesellschaft – Einheimische und Zuwanderer- muss sich ohne Vorbehalte und vor allem ohne Polemik darauf verständigen, welche kulturellen Grundlagen und Werte für ein Zusammenleben unverzichtbar sind.
Das erfordert einen grundlegenden Dialog, der über publikumswirksame Absichtserklärungen hinaus klare Angebote aber auch eindeutige Forderungen enthält.
Wir erwarten von unseren muslimischen Mitbürgern ein ausdrückliches Bekenntnis zu ihrer Wahlheimat und zu unseren Werten wie Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Gleichberechtigung von Mann und Frau. „Der liberale und pluralistische Rechtsstaat kann bei seinem grundsätzlichen Vorstellungen von Menschenwürde und Menschenrechten, sowie bei den damit verknüpften Rechtsvorstellungen keine Abstriche oder Ausnahmen zulassen, sie gelten für alle“, so der Journalist Wolfgang Günter Lerch aus Frankfurt.

Prof. Basam Tibi, ein Muslim und Migrant , hat eine solche Diskussion schon vor Jahren unter dem Begriff: „Europäische Leitkultur für den Islam“ angeregt. Aber, was ist daraus geworden?
Diese Diskussion müssen wir mit unseren muslimischen Mitbürgern jetzt ernsthaft aufnehmen, wenn es nicht eines Tages zu spät sein soll.
Ich setzte dabei auch auf die neugegründete Christlich-Muslimische Friedensinitiative:

Unter dem Motto „Integration gemeinsam schaffen“ will Christlich-Muslimische Friedensinitiative e.V. (CMFI) für ein verbessertes Miteinander aller Kulturen mit den Angehörigen des Islam in Deutschland werben und die Integration aktiv voranbringen. Der Verein, der sich am 29. November 2007 in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vorstellte, setzt sich ein für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben von Christen und Muslimen und von Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen. Die neue Initiative zur Integration wird vom Deutschen Städtetag, von muslimischen und christlich-islamischen Verbänden, Politikern und anderen bekannten Persönlichkeiten unterstützt.

Ab 2008 sind jährliche bundesweite Aktionswochen und eine zentrale Veranstaltung geplant. Eine Auftaktveranstaltung am 19. Februar 2008 in Berlin soll den Höhepunkt der Aktionswochen vom 12. bis zum 26. Februar 2008 bilden. In den bundesweiten Aktionswochen treten die beteiligten Organisationen lokal und auf Bundesebene unter dem gemeinsamen Motto „Integration gemeinsam schaffen“ auf. Öffentliche und private, religiöse und nicht religiöse Einrichtungen und Organisationen können sich an den Aktionswochen vor Ort mit Initiativen beteiligen.

Der Bayernbund e.V. bietet seine Mitarbeit an. Dazu werden wir im späten Frühjahr 2008 auf bayerischer Ebene eine Veranstaltung mit den verschiedenen betroffenen Institutionen und Organisationen durchführen. Ab Herbst 2008 soll diese Thematik dann auf regionaler Ebene behandelt werden.


Adolf Dinglreiter, MdL a.D.
Landesvorsitzender


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