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Brauchen wir ein Südhochdeutsch? Druckansicht

02.09.2014

Brauchen wir ein Südhochdeutsch?

Sprachwissenschaftler und Dialektforscher diskutieren zur Zeit intensiv darüber, ob wir einen eigenen Duden für Südhochdeutsch brauchen. Einige meinen, dass das Standarddeutsch des Duden zu norddeutsch angelegt ist. Es bräuchte eine Ergänzung, die die südhochdeutsche Schriftsprache angemessen berücksichtigt. Man könne sich nicht damit zufrieden geben, dass das verbindliche deutsche Wörterbuch lediglich einige bayerische, landschaftliche und umgangssprachliche Ausnahmen in sein Verzeichnis aufnimmt. „Das Dudendeutsch ist eben nicht, das Deutsch schlechthin“ sagt der Sprachwissenschaftler Otto Kronsteiner.
In einem Zeitungsartikel führt er dazu aus: „Die Millionen Deutschen im Süden, die statt Brötchen Semmel sagen, statt Bindfaden Schnur, statt Schnürsenkel Schuhband, statt Apfelsine Orange, statt Sperling Spatz, statt Quark Topfen, statt Kohl Kraut, statt komm hoch komm herauf, statt lecker gut und so fort, sind das Exoten, die nur Dialekt und nicht Hochdeutsch können?“
Das ist im Grundsatz richtig. Aber, so muss man fragen, gelten diese Begriffe für ganz Bayern, oder gar für ganz Süddeutschland? Das müsste wohl so sein, wenn wir einen verbindlichen „Süd-Duden“ fordern. Die Altbayern sagen Semmeln statt Brötchen, die Nürnberger aber sagen „Weckla“ dazu. Kartoffel heißen in Altbayern Erdäpfel, in fränkischen Regionen aber Grumbeere. Und so könnte man viele Beispiele bringen die deutlich machen, dass das Hochdeutsch im Süden viele Varianten hat. Varianten, die nicht nur dem Dialekt zu zuordnen sind.
Wichtiger als einen südhochdeutschen Duden zu fordern ist es meines Erachtens, die Dialekte in unseren bayerischen Regionen zu fördern. Das schafft eine lebendige Zweisprachigkeit von Schriftsprache und Dialekt und ermöglicht so umfassende sprachliche Kreativität. Eine Kreativität, die inzwischen auch wissenschaftlich anerkannt ist. Dem sollten wir uns verstärkt widmen in der Ausbildung der Lehrer, in den Lehrplänen der Schulen und natürlich in der Schulausbildung selbst. Dazu werden gerade notwendige Lehr- und Lernhilfen erarbeitet. Ergänzend dazu könnte für unsere Schulen auch eine Zusammenstellung geschaffen werden, welche die schriftsprachlichen Abweichungen aufzeigt, die es in Bayern zum stark norddeutsch geprägten Duden gibt. Eine schöne und interessante Aufgabe für eine wissenschaftliche Arbeit an einer unserer Hochschulen.

Adolf Dinglreiter, MdL a. D.
Landesvorsitzender

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