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Müssen sich Kinder den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes anpassen? Druckansicht

15.07.2015

Müssen sich Kinder den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes anpassen?

Nun soll die Betreuung der Kleinkinder völlig dem Arbeitsmarkt angepasst werden. Schließlich – so heißt es – werden am heimischen Herd Potentiale verschwendet, die der Arbeitsmarkt dringend braucht. Die Bundesfamilienministerin Schwesig will deshalb 24-Stunden-Kitas schaffen und dafür 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen.
Natürlich gibt es auf dem Arbeitsmarkt Früh-, Spät- und Nachtschichten, die für Alleinerziehende ohne Familienunterstützung nicht erreichbar sind. Deshalb – so Schwesig – leben fast 40 Prozent der Alleinerziehenden von Hartz IV. Von denen sind zwar 30 Prozent erwerbstätig, doch ihre Mini- oder Teilzeitjobs reichen für den Lebensunterhalt nicht aus.
Wo aber steht in Stein gemeißelt, dass die Milliardensummen, die wir inzwischen in staatliche Betreuungseinrichtungen stecken nicht direkt an Familien mit Kleinkindern fließen können, um ihnen damit eine eigene Betreuung zu ermöglichen. Wenn ein Krippenplatz heute pro Kind und Monat 1.000,-- bis 1.200,-- € an Subventionen kostet, darf man Eltern, die auf diesen Service zugunsten einer eigenen Erziehung verzichten, doch auch etwas von diesem Geld zukommen lassen.
Aber das sehen nicht alle so. Die Beraterin für das 24-Stunden-Projekt von Frau Schwesig, die schwedische Finanzministerin Anderson sieht das anders. In einem Interview mit der FAZ erläutert sie, dass es „effizienter“ sei, wenn sich in der Kita eine Person um mehrere Kinder kümmere, statt jede Mutter oder jeder Vater um das eigene Kind. Weiter sagte sie, dass es Verschwendung von „Humankapital“ sei, wenn sich Frauen ganz oder teilweise der Kindererziehung widmen.
Was ist das für ein Familienbild? Was Kinder brauchen zählt da nicht. Und das obwohl wissenschaftliche Studien vielfach und überzeugend dargestellt haben wie wichtig für die Entwicklung eines Kindes die enge Beziehung zu Mutter und Vater gerade in den ersten Jahren ist. In dieser Zeit entwickelt sich durch die besondere Zuwendung fester Bezugspersonen eine sog. „Emotionale Intelligenz“ die für das Sozialverhalten im späteren Leben – auch im beruflichen – außerordentlich wichtig ist.
Wäre es da nicht Aufgabe eines Ministeriums für Familie, Frauen und Kinder Lösungen zu suchen, die nicht den Arbeitsmarkt von heute zufriedenstellen, sondern unsere Kinder bestmöglich auf eine Zukunft voller großer Herausforderungen vorzubereiten.

Adolf Dinglreiter, MdL a. D.
Landesvorsitzender

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