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26. April 2017
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Kommt das neunstufige Gymnasium wieder? Druckansicht

08.03.2017

Kommt das neunstufige Gymnasium wieder?

Bayern ist in allen nationalen Vergleichen in der Bildung Spitze. Das gilt von der Mittelschule bis zum Gymnasium. Unabhängig von ihrer Herkunft haben Schülerinnen und Schüler in dem differenzierten und durchlässigen bayerischen Schulwesen hervorragende Leistungen erreicht. Das wird u. a. auch dadurch deutlich, dass mehr als 40 Prozent der Hochschulzugangsberechtigungen über den beruflichen Weg, vor allem über die Fach- und die Berufsoberschule erreicht werden. Mit der sechsstufigen Realschule und der Neuordnung der Mittelschule wurde viel positives bewegt.

Jetzt ist das Gymnasium dran. Die schon Jahre andauernde Diskussion um das acht- oder neunstufige Gymnasium muss ein Ende finden. Eltern und Lehrer erwarten eine Entscheidung die für die Zukunft wieder Kontinuität und Berechenbarkeit sichert.
Nachdem andere Bundesländer Anfang der 2000er Jahre die Einführung des G8 planten, haben auch wir in Bayern beschlossen entsprechende Versuche einzurichten. Der Bayerische Landtag hat das mit der Auflage verbunden, soweit eine generelle Einführung in Frage kommt, diese Versuche sorgfältig auszuwerten, den Lehrplan neu zu gestalten und die Umsetzung gut vorzubereiten.
Das ist nicht geschehen. Es kam nach der Landtagswahl 2003 auf Druck der Wirtschaft zu einer überhasteten Einführung des G8. Man wollte die Schul- und Studienzeit verkürzen, damit die jungen Leute früher in den Beruf kommen. Die Beibehaltung der vorhandenen Reglung – so hieß es – sei eine Vergeudung von Ressourcen für das gesamte Gemeinwesen.

Durch die unvorbereitete Einführung des G8 kam bei den Eltern der Eindruck auf, dass dies nur ein verkürztes G9 sei. Dieser Eindruck war nicht ganz falsch, weil in der Kürze der Zeit kein in sich stimmiges Konzept für diese Neureglung geschaffen werden konnte. Bayern wollte allerdings keine Standards absenken. Deshalb wurde eine erhöhte Wochenstundenzahl mit teilweise ganztägigem Konzept eingeführt. Und das fand bei einer Mehrheit der Lehrer, Eltern und Schüler wenig Zustimmung. Es führte vielmehr dazu, dass das G8 danach für nahezu alle Probleme verantwortlich gemacht wurde. Hatte ein Schüler schlechte Noten – das G8 war schuld. Kamen Lehrer mit dem Stoff nicht zu recht – das G8 war schuld usw.
Die Dauerkritik zeigte Wirkung. Nachdem sich eine deutliche Mehrheit von Eltern, Lehrern und Schülern für die Wiedereinführung des G9 ausgesprochen hatten, wurde von der Staatsregierung ein Dialogprozess mit allen Beteiligten eingeleitet. Er steht nun vor dem Abschluss und es sieht so aus, als würde eine Entscheidung zu Gunsten des G9 fallen. Wichtig ist dann, dass bis zur Einführung ausreichend Zeit bleibt Lernziele, Lehrplan und Stundentafel gut vorzubereiten. Dann kann das Gymnasium ihre Schülerinnen und Schüler bestens auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten.

Adolf Dinglreiter, MdL a. D.
Landesvorsitzender

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