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23. Juli 2017
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Kinder, ein "köstliches Gut"? Druckansicht

22.05.2007

„Kinder sind das köstlichste Gut eines Volkes“, heißt es in Artikel 125 der Bayerischen Verfassung. Und im Artikel 126 wird weiter ausgeführt: „Die Eltern haben das natürliche Recht und die oberste Pflicht, ihre Kinder zur leiblichen, geistigen und seelischen Tüchtigkeit zu erziehen. Sie sind darin von Staat und Gemeinden zu unterstützen. In persönlichen Erziehungsfragen gibt der Wille der Eltern den Ausschlag“.
Wie steht es nun mit diesem Erziehungsauftrag der Verfassung? Werden wir ihm damit gerecht, dass Staat und Wirtschaft den elterlichen Erziehungsauftrag durch den massiven Ausbau von Kinderkrippen ersetzen wollen?

Keine Entwicklungsphase im Leben entscheidet mehr über die seelische und die intellektuelle Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen, als die ersten drei Lebensjahre. Darüber sind sich Kinderpsychiater, Gehirn- und Stressforscher einig. Und auch darüber, dass in dieser Zeit feste Bezugspersonen für ein Kind wichtig sind – am besten Mutter und Vater.
Nun weiß ich, dass diese günstigen Rahmenbedingungen nicht überall möglich sind. Deswegen sind außerhäusliche Betreuungsangebote notwendig. Aber sind sie auch schon ein Allheilmittel gegen die Kinderarmut im Lande? Wenn das so wäre, warum hat dann Sachsen-Anhalt, das Land mit der höchsten Krippenquote (für 50 Prozent aller unter Dreijährigen) die niedrigste Geburtenrate in Deutschland? Kinder bekommen hat eben nicht nur etwas mit Betreuungsplätzen und Geld zu tun, sondern auch mit der Einstellung einer Gesellschaft zur Zukunft, zu Kindern und Familien. Hier müsste eine nachhaltig angelegte Politik für Familien und für Kinder ansetzen, wenn einzelne gut gemeinte Aktionen nicht Stückwerte bleiben sollen.
Auch die Wirtschaft hat Interesse daran, bei einem künftig rückläufigen Arbeitskräftepotential, qualifizierte Frauen stärker für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Aber, ist hier nur der Staat mit dem massiven Ausbau von Krippenplätzen gefordert? Wäre es nicht an der Zeit, die vielen guten Beispiele familienfreundlicher Arbeitswelt auf breiter Basis auszubauen? Wäre es nicht auch sinnvoll, die von vielen Betrieben praktizierte Betreuung, Information und Unterweisung von Müttern und Vätern während der Elternzeit überall einzuführen, um so einen problemlosen Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen.
Diese Forderung ist im übrigen nicht nur an die Wirtschaft, sondern auch an die vielen Arbeitgeber der öffentlichen Hand zu richten. Drei Jahre Elternzeit sind nämlich beruflich gesehen keine verlorenen Jahre. Sie vermitteln Eltern vielfältige Erfahrungen – insbesondere soziale Kompetenz – die in unserer Arbeitswelt heute immer stärker gefragt ist.
Und noch etwas. Wir brauchen Wahlfreiheit für Mütter, heißt es in der jetzigen Diskussion immer wieder. Gilt diese Forderung nur für die Wahl zwischen Familie und Beruf oder auch zwischen verschiedenen Betreuungsformen?
Wahlfreiheit kann nur bedeuten alle Betreuungsmöglichkeiten einzubeziehen – auch die bewährte Form der Tageseltern und vor allem die Betreuung durch die Eltern. Das erfordert aber, die Familien finanziell so auszustatten, dass es ihnen möglich ist, sich für jeden dieser Wege frei entscheiden zu können. Ein angemessenes Elterngeld das jungen Familien die Betreuung ihrer Kinder zu Hause ebenso ermöglicht, wie die Bezahlung von Tageseltern oder eines Krippenplatzes wäre der richtige Weg.
Die Politik muss sich entscheiden, ob sie Kinder als ein „köstliches Gut“ ansieht und ihnen auch eine angemessene Förderung angedeihen lässt. Diese Förderung darf aber nicht erst im Kindergarten und in der Schule beginnen, sie muss insbesondere auch die ersten wichtigen Entwicklungsjahre eines Kindes ausreichend berücksichtigen.

Adolf Dinglreiter, MdL a.D.
Landesvorsitzender

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